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2018 02 13 vw classic cars blog header

VW T3 DoKa Pritschenwagen - German Pickup Truck

Wir kennen die Faszination der Amerikaner mit dem Pickup Truck gut, dem Pritschenwagen-Nutzfahrzeug, das drüben über dem Atlantik auch gern in PKW-Größen gekauft wird. Wir kennen schon weniger die kleinen Pritschen-Nutzfahrzeuge, die deutsche Hersteller für die verschiedensten Einsatzzwecke entwickelten, allen voran Volkswagen. Eines davon war eine Variante des VW T3, die "Doppelkabine" (DoKa).

VW T3 Syncro: Pritsche, Tresor, Allradantrieb

2019 volkswagen t3 synchro 27 full

In der namensgebenden Kabine brachte VW zwei Sitze und eine Rückbank unter. Dahinter gab es eine Ladefläche. Durch den Heckmotor lag diese recht hoch. Doch das gab auch die Gelegenheit, darunter noch Gepäckräume zu schaffen. Da ein Pritschenwagen bekannterweise keinen Diebstahlschutz für die Ladung bietet, kam vielen der verschließbare, beidseitig zugängliche "Tresor" unter der Pritsche gerade recht. Für den Einsatz an der Baustelle oder im Forst kaufte Volkswagen bei Steyr Daimler Puch einen Allradantrieb ein, der mit großen "syncro"-Aufklebern auf der Karosserie beworben wurde. Damit beschränkte letztlich nur die Motorkraft im besonders kurzen 1. Gang die Steigfähigkeit des Fahrzeugs. Es entstand ein bodenständiges, praktisches Nutzfahrzeug, das Baufirmen, Förster oder Militär-Verantwortliche kauften.

Der hier vorgestellte DoKa Pritschenwagen steht zum Verkauf. Weitere Infos finden Sie in unserem Showroom...


Vielleicht ein Zufall, vielleicht ein Hinweis auf die amerikanische Liebe zu Pickups, auf jeden Fall kaufte diesen konkreten T3 DoKa im Mauerfall-Jahr 1989 die US-Armee, im typischen matten Grün, das VW als Werksfarbe anbot. Auf diesen Ersteigentümer weist immer noch eine Plakette in der Kabine hin. Als das US-Militär den T3 ausmusterte, kaufte ihn ein Winzer. Er befuhr damit seine Weinberge bei Kaiserslautern. Beide Vorbesitzer waren wahrscheinlich recht froh über die Kombination von großer Kabine mit offener Pritsche und einem Allradantrieb. Die zog auch Jan Vögler zu diesem Auto hin.

Mit der T3 Pritsche zum Angeln, Picknick, Camping

"Ich wollte schon immer so etwas haben, aber eben etwas Besonderes",

sagt Jan Vögler.

"Das war dann am Ende dieser Allrad-T3 mit einer Pritsche. Er vereint fünf Sitzplätze für meine Familie mit der Fähigkeit, sperrige Sachen zu transportieren." Jan möchte mit dem T3 zum Picknicken fahren, zum Angeln oder zum Campen. Als Übernachtungslösung denkt er dabei an ein Pritschen-Zelt, wie es auch Pickup-Fahrer verwenden. "Du kommst mit dem Allradantrieb eben überall hin, wo es schön ist."

Interessanterweise kaufte die Army diesen T3 DoKa mit dem 1,9-Liter-Benzin-Boxermotor. Die deutsche Bundeswehr dagegen kaufte ihre T3 DoKa lieber mit Dieselmotor.

Wie Opas Narben zeugte auch die vernarbte Karosserie des T3 von einem Leben reich an Arbeit und Erlebnissen. Ein Frontunfall hatte die typische T3-Nase zerknautscht und die Stoßstange darunter ebenfalls. Seine Flanken waren voller kleinerer Macken aus Weinbergeinsatz und Heeresdienst. An der rechten Gesäßbacke fraß der Rost, von außen nur notdürftig mit Spachtelmasse behandelt. Andererseits waren Motor, Fahrwerk, Antrieb und Bremsen noch in gutem Zustand. "Da mussten wir gar nichts daran machen", erzählt Jan Vögler.

Karosserie in zwei Wochen

Die nötigen Karosseriearbeiten "haben wir in zwei Wochen Vollzeit durchgezogen". Jan Vögler wollte unbedingt, dass sein T3-Pritschenwagen zu den 4. Beerfeldener Classics fertig werden sollte. Vorher musste jedoch viel geschafft werden. Der T3 erhielt:

  • neue Bleche hinten rechts
  • neue Anbauten wie etwa den Bügel mit den Lampen vorne
  • neue Windschutzscheibe
  • neue Gummidichtungen
  • neue Sitzbezüge
  • neue Innenausstattung von Türverkleidungen bis Fensterkurbeln
  • eine Dachhimmel-Reparatur
  • Karosseriereparaturen
  • neuen Lack (VWs Mattgrün)
  • neu aufbereitete Felgen
  • teilweise neue Elektrik
  • und natürlich neue Reifen

In der Bildergalerie finden Sie eine ausführliche Dokumentation der Restaurierung von Innenraum, Rädern und natürlich der Hauptarbeit an der Karosserie.

  • So stand der T3 in ebay Kleinanzeigen. Frisch vom Weinberg, aber mit Hoffnung auf eine gute Substanz.
  • Die Sitze waren damals mit beigem Kunstleder bezogen. Vorn am Armaturenbrett die Plakette der US-Armee.
  • Schon von außen kündeten die Spachtelmasse-Wülste vom Zerfall, der innen herrschte.
  • Das Loch im Himmel wurde geflickt, sodass es heute praktisch unsichtbar ist, obwohl immer noch der Originalhimmel im Fahrzeug hängt.
  • Ein Unfall zerknautschte die Nase des T3.
  • Unter der Plastikverkleidung zeigte auch der Front-Stoßfänger eine deutliche Verformung.
  • Die Stirn neben den Rundscheinwerfern war etwas zerknittert.
  • Die Gummis waren so stark gealtert, dass sie wegbröselten. Sie wurden daher rundum komplett erneuert.
  • Die Hauptarbeit lag in der Karosserie. Damit nichts vergessen wird, markierten die Mitarbeiter jede auszubessernde Stelle mit Klebeband.
  • Als Erstes wurde die Front freigeschliffen, auch um die Blechqualität besser beurteilen zu können.
  • Die Trittbleche waren wie so oft am T3 auch hier angegammelt.
  • Die verrosteten Bleche hinten wurden samt der sie zusammenhaltenden Spachtelmasse entfernt.
  • Zum Glück gab es die passenden Bleche bei VW Classic zum Nachbestellen. "Wir können so etwas aber auch komplett neu fertigen", sagt Vögler.
  • Die vom Unfall verzogenen Frontbleche konnten wieder in Form gezogen werden. Die kleinen Restunebenheiten glättet etwas Spachtelmasse. Über den Stoßfänger unten kommt wieder eine Stoßfängerhülle, die die verbliebene Verformung verdeckt.
  • Grundierung.
  • Der neue Lack ist eine alte Farbe, die VW schon damals anbot: mattes Grün.
  • Hier mit neuen Lampen, Blinkergittern und einem großen Kuhfänger mit Beleuchtung.
  • Fertig für die Beerfelden Classics!
  • Ein Innenraum wie aus dem Prospekt von 1989 – bis auf die darin belassene Army-Plakette und das MP3-Radio.

Trotz der vielen Arbeit konnte der T3 DoKa tatsächlich auf dem Oldtimer-Treffen in Beerfelden seinen Einstand in die Oldtimer-Gemeinschaft feiern. Er fährt jedoch nicht nur auf solchen Veranstaltungen, sondern auch im Alltag von Jan Vögler: "Das ist ein Alltags-Oldtimer. Man kann das normal fahren und nutzen."

Technische Daten

Produktionsdatum
29.11.1988
Auslieferung
21.3.1989
Originalfarbe
Bronzegrün Glanzgrad B (RAL 6031)
Motor
4-Zylinder-Boxer-Ottomotor
Leistung
57 kW / 78 PS
Hubraum
1888 ccm
Laufleistung
167.830 km

Vererbungslehre: VW Golf I GX

Das Projekt "T3 DoKa" hat Jan Vögler damit erst einmal abgeschlossen. Ein neues Projekt muss her! Das Schicksal lieferte eines in Form eines VW Golf I GX im herrlichen Originalzustand, Erstzulassung 1983. Der GX markierte das Ende der ersten Generation des VW Golf, ein Sondermodell mit üppiger Ausstattung, die teilweise aus dem Regal für den Golf GTI stammte. Jan Vögler will diese Sportzitate noch dezent geschmackvoll herausarbeiten, zum Beispiel soll der GX auf einem neuen Fahrwerk etwas tiefer liegen. Er ist jedoch nicht alleine mit seinem Interesse am GX. Seine Tochter verliebte sich ebenfalls in das Auto. Deshalb schloss Vögler einen Generationenvertrag mit ihr: "Den machen wir jetzt schön, dann fahren wir damit ein bisschen auf Oldtimer-Treffen, und wenn du 18 bist, dann kriegst du ihn."


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