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5 interessante Fakten über den Volkswagen Karmann Ghia

Der Volkswagen Karmann-Ghia gehört zu den Autos, die nahezu jeder mag, weil er einfach ein grundsätzlich schönes Auto ist. Er ist elegant und freundlich, kurvenreich und schnittig zugleich, dabei aber zugänglich und einladend. Es hat ein einfach wunderschönes Design und war der Vorreiter für die Idee eines sportlichen Autos, im Gegensatz zu einem echten Sportwagen. Der Karmann Ghia sieht aus, als wäre er schnell, aber er ist es nicht. Aber das war ihm schon immer egal.

Das Design stammt ursprünglich von einem Chrysler-Showcar

Das Design, aus dem später der Karmann-Ghia geboren wurde, begann als Showcar, das Virgil Exner für Chrysler entwarf: Der Chrysler D'Elegance.

Mr.choppers, CC BY-SA 3.0, via Wikimedia Commons

Photo by CEphoto, Uwe Aranas

Die US-amerikanische Automobilmarke Chrysler und das italienische Karosseriebau- und Designhaus Ghia hatten in den 1950er Jahren eine Partnerschaft, deren Ergebnis eine Reihe gemeinsamer Show- und Konzeptautos war. Eines davon, das 1952 von Exner entworfen und von Ghia gebaut wurde, war als D'Elegance bekannt.
Der D'Elegance trug die deutliche Handschrift des Designers Virgil Exner – vor allem eine gewisse elegante Zurückhaltung gegenüber übermäßigen Verzierungen.
Obwohl Chryslers Showcar einige Aufmerksamkeit erhielt und positiv aufgenommen wurde, wurde das Designkonzept von Chrysler nicht weiter verfolgt.
Dann kam es, dass VW eine sportliche Variante des Käfers bauen wollte, aber mit den Designentwürfen des langjähren Cabrio-Bau-Partners Karmann nicht wirklich zufrieden war.
Also bat Karmann das italienischen Karosseriebau- und Designhaus Ghia um Hilfe. Ghia erinnerte sich an den nicht mehr benötigten Entwurf des D'Elegance und dachte sich, dass das lange Heck des D'Elegance gut zum Heckmotor-Design von VW passte. Ghia überarbeitete das Design so weit, dass es auf ein nur leicht verbreitertes Käfer-Chassis passte.
So wurde der Karmann-Ghia mit 500.000 gebauten Exemplaren zwischen 1955 und 1974, dass am meiste Produzierte, von Virgil Exner gestaltete, Design.

Der Karmann Ghia entstand quasi in Handarbeit

Im Gegensatz zu den meisten anderen Autos, besteht die Karosserie des Karmann Ghia komplett aus einem Stück, was auch zu seinem unverwechselbaren Aussehen beiträgt.
Einzig die beweglichen Teile wie Türen, Motorhaube und Kofferraumdeckel bilden hier eine Ausnahme. Ein Vorteil dieser Fertigung: es gab keine Probleme mit Spaltmaßen, da es schlicht keine Spaltmaße gab.

Für die Besitzer hatte und hat es aber Nachteile, dass die Fertigung in mühsamer Handarbeit geschweißt und geschliffen wurde: bei einem Unfall lassen sich nicht mal eben einzelne Teile wie der Kotflügel oder der Kühlergrill austauschen. Im Falle eines Falles braucht es hierzu geschickte Handwerker mit viel Geduld.

Zum Vergleich: Bei einem Käfer ist der Kotflügel mit 10 Schrauben befestigt und in maximal 20 Minuten komplett ausgetauscht.

Da es sehr häufig Schäden an der exponierten „Nase“ des Karmann Ghia gab, entstand hier schon bald ein reger Markt für günstige Kühlergrill-Attrappen, die man einfach über die verbeulte Nase stülpen konnte.

„Bei einem Rennen werden Sie verlieren“

„Bei einem Rennen werden Sie verlieren“ war die Headline einer der Anzeigenkampagnen zum Karmann Ghia.

Auch wenn der Karmann Ghia optisch wie ein flotter italienischer Sportwagen daher kam: dass mit dem 40 PS (später 50 PS) –Motor aus dem Käfer kein Geschwindigkeitsrekord aufzustellen sein würde, war auch Volkswagen klar.

Dies machte sich VW aber geschickt zu Nutze, indem sie im Marketing auf Zuverlässigkeit, Sparsamkeit und dem schicken Sportwagen-Look setzten. „Erwarten Sie nur nicht, irgendwelche Rennen zu gewinnen“ – war die klare Ansage des Autobauers.

Soviel Selbstbewusstsein und Selbstironie findet man heute eher nicht mehr, in der Automobilwerbung. Damals ging die Strategie auf. – Und die Spitznamen „Hausfrauen-Porsche“, „Sekretärinnenferrari“ oder im englischen „The Pussycat (Miezekätzchen / Angsthase / Softie)“ waren auch eher liebevoll, denn abwertend gemeint.

"Ein sportliches Auto für Menschen die ihr Geld sinnvoller ausgeben möchten, als für ein sportliches Auto"

Mit selbstironie in Anspielung an Muscle-Cars und Sportwagen anderer Marken. "Vielleicht willst lieber ein Mietzekätzchen fahren, statt ein wildes Pferd..."

"Eigentlich eine Schande, einen VW-Motor in das Auto bauen."

Der Karmann Ghia basiert nicht wirklich auf einem Käfer Chassis

Die Aussage der Karmann-Ghia sei nur ein Käfer mit schnittiger Karosserie, stimmt genaugenommen nicht so ganz. Die breite Karosserie des Karmann Ghia erforderte es, auch das Chassis um ungefähr 10 cm zu verbreitern.

Das breitere Chassis fand dann übrigens auch noch im Kübel (VW Typ 181) und dem rein brasilianischen Modell "Brasilia" Verwendung.

Der beste Porsche 356, den man für kleines Geld haben kann

Der Karmann Ghia war nie ein echter Sportwagen und wollte auch keiner sein.
Aber nachdem die Produktion des Porsche 356 im Jahr 1965 eingestellt wurde, war der Karmann-Ghia plötzlich das Auto, das dem alten 356 in Design und Charakter am nächsten kam.
Wer ein wenig von dem 356-Gefühl haben wollte (oder auch heute noch will), aber nicht den kostspieligen Sprung zum großen, leistungsstarken Porsche machen möchte, findet im Karmann Ghia eine gute Alternative.

Es beinhaltet eine gewisse Ironie, dass ein Auto, welches nie ein echter Sportwagen sein wollte, teilweise als Ersatz für einen der legendärsten Sportwagen aller Zeiten gesehen wurde.

Amerikanische Karmann Ghia Werbung aus den 1960ern

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